Der Runde Tisch „Familie&Campus“

„Familie&Campus“ ist ein Projekt, das im letzten Jahr innerhalb der Juso-Hochschulgruppe entstanden ist. Anfangs haben wir uns den Schwerpunkt Familie gesetzt, den ich betreut habe, schon alleine weil ich selber Mutter bin. Nach und nach konnten wir immer mehr Menschen für das Thema begeistern und es bildete sich ein kleines Team, das dieses Projekt auch im nächsten Jahr weiterführen wird.

Am Montag, den 02.05.2011 fand der von uns organisierte Runde Tisch statt, bei dem erstmals auch VertreterInnen der Studierendenschaft eingeladen waren. Das Familien-Service-Büro, der AStA, der Senat, das Jugendamt, das Studentenwerk und unsere HSG diskutierten gemeinsam mit Interessierten, die der Einladung über unsere Flyer gefolgt waren. Mitarbeiterinnen aus dem wissenschaftlichen Bereich und der Verwaltung, Studierende mit und ohne Kind, International Students und ein Vater diskutierten mit uns über vorhandene Missstände auf unserem Campus und gemeinsam wurden Ideen und Vorschläge erarbeitet.

„Wir arbeiten gerade an einer Babysitterbörse“, erzählt Yvonne Dabrowsky vom Asta-Referat für Soziales und Gleichstellung. Vorhandene rechtliche Schwierigkeiten konnten nun gleich besprochen werden und Hilfe bot sich auch sofort an. Andere Probleme sind innerhalb des Campus schwieriger zu lösen, da vor allem finanzielle Entscheidungen vom Ministerium getroffen werden. Benjamin Raschke, der für die Juso-HSG im Senat sitzt, weiß um diese Schwierigkeiten: „Wir wollen, dass Teilzeitstudiengänge eingeführt werden. Es tauchen aber wirklich vielfältige Probleme bei der Umsetzung auf, mit denen wir gar nicht gerechnet haben. Aber wir bleiben da dran.“

Besonders hilfreich aber war der Austausch untereinander. Man bekam einen besseren Einblick in die Arbeit der zuständigen Beratungsstellen und die Erfahrungen von Eltern gaben einen wertvollen Einblick in ein von Elternschaft geprägten Campus-Alltag. Auch die Gäste, die selber noch keine Kinder hatten, freuten sich über die vielfältigen Informationen. „Das war wirklich interessant. Ich werde noch heute mit meinem Professor über familienfreundlichere Maßnahmen sprechen“, betonte eine Teilnehmerin nach der Veranstaltung. Und tatsächlich hat sich jede Teilnehmerin und Teilnehmer eine Aufgabenliste skizziert. Denn eines war allen nach kurzer Zeit klar. Aktive Familienpolitik kann man nur betreiben, wenn viele mithelfen alte Gedankenmuster aufzubrechen. Dann kann auch in den Instituten in kleinen Schritten eine Veränderung herbeigeführt werden. In drei Monaten wird das „Familie & Campus“-Team der Juso-HSG alle TeilnehmerInnen befragen, wie sich ihre Arbeit nach dem Runden Tisch weiterentwickelt hat. Am Ende waren sich alle einig: In einem halben Jahr wollen wir den Runden Tisch wiederholen.

Wer Lust hat sich unserem Team anzuschließen und für eine sozial gerechtere Familien-Universität einzusetzen, der darf sehr gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

Stefanie Fahr (Projektleiterin)